26.07.2003 Zürich Triathlon

Am 26. Juli stand der Züri-Triathlon auf meinem Programm. In der Vorbereitung absolvierte ich einmal pro Woche Intervalle. Ich fuhr nach dem Einfahren eine km-lange Steigung mit 40 Höhenmeter mit vollem Einsatz hinauf. Nachher fuhr ich zum Ausgangspunkt und machte eine kleine Pause bis der Puls unter 110 Schläge in der Minute sank. Diese Intervalle absolvierte ich 6-8x hintereinander und ich machte daraus ein Koppeltraining indem ich einen dreissigminütigen Lauf nach dem Ausfahren anhängte. Dieser Tip gab mir Beat vom Santa Monica Geschäft (habe dort mein Velo und Neoprenanzug gekauft. Durch diese Intervalle lernt man besser Laktat abbauen und man bekommt mehr Kraft, wenn man die Intervalle mit tiefer Trittfrequenz absolviert. Am Montag vor dem Triathlon, konnte ich erstmals unter zwei Minuten bleiben. Ein Schlüsseltraining hatte ich zwei Wochen vor dem Triathlon absolviert. Am morgen um sieben Uhr fuhr ich mit dem Velo nach Zürich, um dort die Velostrecke vom Triathlon abzufahren. Den schwierigste Teil, der sogenannte Heartbreak-Hill, bewältigte ich zweimal. Bei diesem Aufstieg waren 77 Höhenmeter auf 1.1km zu absolvieren. Nach vier Stunden war ich wieder in Steinen, ich hängte danach noch eine Runde an, so dass ich auf meine fünf geplanten Stunden kam. Mein längstes Training war bis anhin 4 1/2 Stunden, wovon hier eine 1/2 Stunde Laufen auf dem Programm stand.
Am 26. Juli fuhr ich mit dem Zug nach Zürich, mit der Militäruniform, da ich in der Militärkategorie startete. Nachdem ich die Startnummer abgeholt hatte und das Velo in der Wechselzone eingecheckt hatte, ass ich eine Portion Teigwaren (3 Stunden vor dem Start). Beim Antrittsverlessen erklärte Major Egger, dass im nächsten Jahr die Militärweltmeisterschaften auf der Ironmandistanz in Zürich geplant sind (wo ich nächstes Jahr teilnehme). Ich richtete danach meinen Wechselplatz ein und kontrollierte nochmals das Material. Ich ruhte mich an einem schattigen Platz aus, da ich noch genug Zeit hatte. Ich ging den Wettkampf im Kopf durch und merkte mir die wichtigsten Vorgänge. Zu diesem Zeitpunkt war die Landiwiese fast überfüllt. Die am morgen gestartenen Short- und Sprint-Distanzler, das grosse Feld, wo den VW-Circuit bestritt und die zum Check-In bereiten Ironman's und die Zuschauer füllten den Platz. Auf der Landiwiese waren noch viele Aussteller-Zelte und diverse Getränk- und Imbissstände und ein grosses Festzelt.

Jetzt ging's los. Ich lief zum Schwimmstart und schwamm mich zehn Minuten ein. Der See war nicht so ruhig, so das einige Wellen das Einschwimmen erschwerte. Der Neoprenanzug war nicht erlaubt (Wasser war 24°). Nach dem Startschuss, als die 281 Teilnehmer der Hauptklasse gestartet waren, war ein grosses Gedränge, vor allem bei der ersten Boje, wo es sogar zu einem Stau kam. Ich hatte Glück und kriegte nur zwei Beinschläge ab. Nach der zweiten Boje war das Feld schon ziemlich auseinandergezogen, so dass man mehr Platz hatte. Nach der dritten Boje war eine längere gerade Strecke. Die Wellen wurden stärker, so dass ich leicht seekrank wurde. Ich musste zwischendurch eine kl. Pause machen, um mich zu orientieren. Mit dem letzten Teilstück konnte ich mich besser anfreunden, weil die Wellen nicht mehr von vorne sondern von der Seite kamen. Glücklich stieg ich nach 1500m und 34min 41sek aus dem Wasser und war froh meine schwächste Disziplin hinter mir zu haben. Ich war um zwei Minuten und 32 Sekunden schneller als in Zug. Ich stieg auf der 204. Position aus dem Wasser.
Nach dem schwimmen fühlte ich mich wieder besser und die leichten Schwindelanfälle verschwanden. Beim anziehen des Oberteils half mir freundlicherweise ein Triathlet, denn es klebte an meinem nassen Rücken. Sonst lief der Wechsel optimal, so dass ich mich auf die Aufholjagd machen konnte. Ich fuhr erstmals ohne Pulsmesser und achtete auf das Gefühl. Ich achtete auf eine aerodynamische Haltung und fuhr mit 100 U/min. Ich hatte ein Supergefühl und ich überholte von Beginn weg in einem deutlich schnelleren Tempo als die Konkurrenz. Bei diesen warmen Temperaturen (31°) war es wichtig, sich richtig zu verpflegen. Ich nahm zu Beginn der Radstrecke ein Power Gel (reine Kohlenhydrate) und trank regelmässig. Die 40km lange Radstrecke war aufgeteilt in drei Runden. Bei der einzigen, aber happigen Steigung (Heartbreak-Hill) konnte ich meine neue Stärke am Berg zeigen. Ich fühlte mich wie ein Bergspezialist von der Tour de France, der vom Feld ausgebrochen war und an der Spitzengruppe vorbei fuhr als ist es das einfachste der Welt. Auf der Abfahrt schüttelte es mich durch, man musste sich gut am Velo halten (max. Geschw. 65,2km/h. Auf der dritten Runde musste ich in der Steigung die kleinste Übersetzung wählen, ich hatte nicht mehr die gleiche Power, wie auf der ersten Runde. Ich hatte aber auf bei allen drei Runden die in etwa gleiche Durchschnittsgeschwindigkeit. Am Ende der letzten Runde verpflegte ich mich mit einem Power Gel.