20.10.2013 Mallorca Marathon

Nach dem Ironman Schweden, war ich auf der Suche nach einem Ziel für den Herbst.
Ich entschloss mich für einen Marathonstart in Mallorca.
Das Wetter spielte zu Hause nochmals gut mit. Mit einigen Sonnenstrahlen und warmen Temperaturen war sicher der Temperaturunterschied nicht so gross. Am Samstagmorgen stieg ich in den Flieger in Zürich Kloten. In Palma angekommen ging ich zur Autovermietung beim Flughafen.
Die Temperaturen waren warm und die Luftfeuchtigkeit hoch.
Nach etwas langer Wartezeit ging das Abenteuer weiter. Ich hatte die Reservierung vom Hotel zu Hause vergessen und wusste den Hotelname nicht mehr. Am Flughafen Zürich habe ich mir die Hotels im Internet noch einmal angeschaut und dachte, ich hätte das "richtige" gefunden. Angekommen im Hotel, stellte es sich raus, dass ich beim falschen Hotel angekommen bin. Dort konnte ich nochmals das Internet benutzen und konnte mich glücklicherweise über die Buchungsseite einloggen und meine Buchung einsehen.
Ich verschmachtete fast im Auto und fuhr durch den dichten Verkehr von Palma. Angekommen im Hotel machte ich ein Nickerchen, ging etwas einkaufen und machte noch einen kurzen Lauf, welcher mich aus der Müdigkeit etwas rausbrachte.
Wiederum durch den dichten Verkehr ging es zur Startnummerausgabe, wo ich nochmals lange einen Parkplatz suchte.
Die Stimmung war gut und ich saugte viel von der tollen Umgebung auf. Etwas Kopfzerbrechen machte mir noch die Achillessehne, welche ich wieder leicht merkte.

Der Abend ging dann ruhig zu Ende und mit einem guten Schlaf kam ich durch die Nacht. Am Morgen wurde ich von den Nachtgängern geweckt, fühlte mich fit und die Achillessehne fühlte sich gut an.
Schon früh war ich beim Startgelände und fand schnell einen Parkplatz. Die Temperaturen waren schön warm, aber der Himmel war mit Wolken bedeckt, welche dann auch bis zum Start blieben. Dann ging es zum Einlaufen. Ich hatte das Gefühl die Schuhe kleben etwas am Boden und die Beine waren auch schwer. Die Speaker machten mächtig Stimmung und etwa 10min vor dem Start kletterte ich über die Abschrankung und reihte mich in der zweiten Startreihe ein.

So langsam füllte sich der Körper mit Energie und ich hatte Tränen in den Augen vor dem Start. An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit. Jetzt war der Startschuss erfolgt und die Beine fühlten sich gut an.

An der Spitze wurde mächtig Tempo gemacht. Nach 200-300 Meter schaute ich auf meine Garminuhr und stellte fest, dass dieses leichte Laufen, einer Pace von 3:45min/km entspricht. Schnell nahm ich Tempo raus und lief dann den ersten Kilometer in meiner geplanten Pace von 4:05. Nach dem ersten Kilometer blieb mein Tempo gleich und ich konnte wieder viele überholen. Auf der vierspurigen Hauptstrasse ging es die ersten vier Kilometer entlang. Es waren einige Zuschauer an der Strecke und die Flamencotänzerinnen sorgten für Stimmung.

Bei den Verpflegungsstationen bekam man kleine Flaschen, was viel angenehmer ist, als aus Becher zu trinken. Zudem kann man noch den Körper runter kühlen. Nach Fünf Kilometer ging es auf eine Anhöhe, wo man eine tolle Aussicht über den Hafen und die Stadt Palma hatte. Dort waren auch zwei Wendepunkte, und man sah dort, dass sich das Feld schon recht in die Länge gezogen hat. Im Feld war auch eine grosse spanische Militärmannschaft, welche mit Sprechgesängen für Stimmung sorgte. Die ersten Halbmarathonläufer kamen auch schon entgegen. Nach 10 Kilometer hatte ich eine Durchgangszeit von 40min. und 50sek. und lag somit in meinem Zeitplan. Bei Kilometer 11 konnte ich zur führenden Frau aufschliessen.

Die Strecke führte dann in die Altstadt, wo ich beim Lauf über die grossen Plätze ein bisschen die Orientierung verlor und zwei Mal nicht genau wusste, wo durchlaufen. Vor mir war kein Läufer in Sicht. Die Strecke führte leicht coupiert durch die Altstadt von Palma. Später wurden die Strassen enger und die letzten 10km Läufer waren auch noch auf dieser Strecke. Das überholen ging aber gut. Die Strecke führte an der imposanten Kathedrale vorbei. Etwas schade war, dass es viele enge Kurven hatte.

Ich hatte dort am Schluss gegen die 20km eher zu fest versucht, die verlorene Zeit von den Anstiegen wieder einzuholen, hatte da auch einen Kilometer dabei mit 3:45min/km Pace. Nach 20km trennte sich die Strecke von den 10km Läufern. Meine Durchgangszeit beim Halbmarathon betrug 1:26,31 und dabei hatte ich mich um vier Plätze in der Gesamtwertung verbessert (10km), auf den 26. Rang.
Nach der Halbmarathonmarke hatte ich mir vorgenommen den Kilometerschnitt Richtung 4:00min/km zu verschieben. Was mir auch gelang. Die Strecke führte zuerst an Café's in Ufernähe vorbei. Dann ging die Strecke von der Meeresnähe weg. Auf langen Geraden ging weiter. Wo lange Zeit nichts los war. Später begleitete mich ein offizieller Helfer auf dem Fahrrad und munterte die Zuschauer zu Applaus auf. Das war ein tolles Gefühl. Immer mehr Leute waren an der Strecke. Genau bei der Dreissigkilometermarke (2:02,19) waren viele Zuschauer und ich verteilte einige Handküsse. Die Stimmung war toll, obwohl ich ab der Halbmarathonmarke den Lauf nicht mehr so geniessen konnte.

Die Sonne kam jetzt auch hervor hinter den Wolken. Die Strecke mit Palmen auf der Seite und langen, breiten Geraden hat mir gepasst, und es hatte etwas von Hawaii-Feeling, obwohl ich nicht weiss, wie es dort ist. Auf der langen Geraden sah ich wie ich gegenüber den vorderen Läufern aufholen konnte. Dort waren 4-5 Läufer innerhalb von einer Minute Abstand. Dort hatte mich dann der Helfer auf dem Fahrrad verlassen. Ich wollte dort nochmal das Tempo erhöhen, merkte aber, dass es keinen Sinn macht. Es ging vorbei am Ballermann, Cafés und Stränden.

Bei Kilometer 35 waren so langsam auch meine Batterien leer. Das Tempo fiel deutlich hinunter und ich hatte meine Selbstzweifel. Mit dem Winforce Boaster erhoffte ich mir noch einen Koffeinkick, dieser wirkte aber nur kurz. Trotz schweren Beinen konnte ich noch Plätze gut machen, jetzt war es mehrheitlich nur noch eine mentale Sache. Der Untergrund war auch nicht so leicht zum Laufen, vor allem über die Holzbretter. Ich fühlte mich wie ein Läufer gefangen im Körper eines Schachspielers. Den letzten halben Kilometer konnte ich nochmals beschleunigen auf einen 4er Schnitt und erhoffte mir noch den 100m vor mir liegenden Läufer einzuholen, was aber im Ziel um 3 Sekunden nicht reichte. Mit einem Slalomlauf, welcher durch die 2:30Std.-Halbmarathonläufer führte, ging es mit letzter Kraft durch die Läufer und Zuschauermenge. Bei 2:55,33 konnte ich das Ziel erreichen und war somit zum ersten Mal unter 3:00 Std. Im Overallklassement erreichte ich den 18. Rang von 1488 Finishern. Und in der Kategorie 30-34 erreichte ich den dritten Rang.

Rangliste 2013

Leider gab es nur eine Rangverkündigung für die schnellsten Overallläufer. Sofern es Sinn macht sich mit anderen zu vergleichen. Nach dem Zielbuffet ging es zur kalten Dusche, welche sehr gut getan hatte. Nach dem Lauf fuhr ich mit dem Auto an einen Sandstrand und genoss dort noch etwas die Sonne und eine Massage.

Die letzten vier Jahre habe ich mit den Trainingsplänen von Fabian Wihler trainiert. Dabei konnte ich einiges lernen, und mit den abwechlungsreichen, aufbauenden Plänen ein struktruiertes Training durchführen. Besten Dank dafür.

Um noch andere Ideen kennen zu lernen, habe ich mich entschieden die nächste Saison mit einem anderen Trainer in Angriff zu nehmen.
Ich freue mich mit Mario Schmidt-Wendling von www.sisu-training.de die nächste Saison, mit dem Saisonhöhepunkt Ironman Switzerland 27. Juli 2014, zu gestalten.