10.07.2012 Ironman Frankfurt

Am Freitagmorgen reiste ich 460km Richtung Frankfurt. Nachdem es am Donnerstag noch warm war, dass man den ganzen Tag schwitzte, regnete es in Basel so stark, dass die Scheibenwischer eher zu langsam waren. Mit ein paar WC-Stopp's, ich war ziemlich nervös, ging es dann auf trockener Strasse vorwärts. Das Gefühl, dass man in den letzten Woche noch einmal unsicher wird, trotz der guten Trainings, kannte ich von den vorherigen grossen Triathlon's. Das sind einfach eigene Lügen, die man dann glaubt oder auch nicht. In Frankfurt angekommen, holte ich die Startunterlagen ab. Dort wurde im Infostand auch angegeben, dass der Langener Waldsee genug warm ist, dass mit der Auftriebshilfe "Neopren" geschwommen werden kann. Bei der Wettkampfbesprechung traf ich dann noch die anderen 3 Mitglieder (Susi, Paul und Thierry) vom Triteam Zugerland, welche auch am Ironman starteten. Danach ging es bei warmen und sonniger Witterung in die Frankfurter Innenstadt, etwas zu essen, trinken und lachen. Beim Weg zum Hotel ging ich noch an der zweiten Wechselzone vorbei und prägte mir diese ein.
Statt der Pasta-Party zogen wir ein gemütliches feines Essen in einem Restaurant vor.

Am Samstagmorgen war es nochmals schön warm und wir fuhren noch eine lockere Runde auf dem Rad.
Nach dem Mittagessen fuhren wir mit dem Shuttlebus Richtung Langer Waldsee. Das Einchecken ging sehr flüssig und schnell. Den Platz konnte ich mir auch sehr gut einprägen, denn es hatte einen Baum in der Nähe. Bei diesem grossen Radpark sah man dann auch, wie viele wirklich die über 2500 Startplätze sind.
Danach ging es noch einmal in die Frankfurter Innenstadt, wo noch weitere bekannte Gesichter dazukamen. So dass mit Moni, Eveline, Thorsten, Fabian und Alessandro eine schöne Fangemeinde da war. Am Abend ging es dann noch einmal Pasta essen um die Speicher zu füllen. Kurz vor 11 Uhr ging ich dann ins Bett und ich konnte gut einschlafen.

Kurz vor 4 Uhr klingelte der Wecker und es ging zum Frühstück, wo zum Glück der Magen nicht streikte. Nach dem Mischen von den Wettkampfgetränken ging es dann zu Fuss Richtung Shuttle-Busse. Wir hatten Glück, so mussten wir nicht lange warten, bis es Richtung Langener Waldsee ging. Beim Weg zum Wechselplatz führte am Wechselplatz der Profis vorbei und konnte der schnellsten Triathletin, von diesem Jahr, (Caroline Steffen) noch in die Augen schauen :) und mit Freude den Tag in Angriff nehmen. In der Wechselzone war ich schön ruhig. Die Vorbereitungen klappten wunderbar und so lief ich ca. 20 min vor dem Startschuss zum See hinunter, wo ich noch einen letzten Schluck von einem Energiegetränk nahm und mich noch ein bisschen einschwimmen ging. Ich fühlte mich gut, konzentriert und locker. In der ersten Startgruppe mit den Profis und 400 Altersklassenathleten welche um 6:45 Uhr startet, war ich auch dabei. So konnte ich das Schwimmen entspannter angehen und den Schlägereien am Start aus dem Weg gehen. Nach dem Abspielen der Nationalhymne sollte der Startschuss fallen, jedoch klemmte dieser und es ging trotzdem irgendwie los.

Ich fand schnell einen guten Rhythmus und konnte ohne grosse Prügeleien losschwimmen. Die Bojen war sehr gut sichtbar und die Orientierung ging leicht. Da ich mit einer GPS-Uhr schwamm, schaute ich bei der ersten Boje einmal drauf und diese zeigte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 1:35min/100m an. Ich fühlte mich locker und war erstaunt über den schnellen Schnitt, habe ich mir doch einen Schnitt von 1:45/km als Ziel gesetzt. Im gleichen gefühlten Tempo schwamm ich weiter, schon bald kam ich zum Landgang, wo es zwischen der Zuschauermenge durch auf die zweite Schwimmrunde ging. Die erste Runde von 2.1km schwamm ich in 35min und 10sek was einem Schnitt von 1:40min/100m entspricht.

Beim kurzen Landgang hat es gut getan, die Füsse wieder einmal richtig zu spüren. Ich fühlte mich fit und freute mich auf die zweite Runde.
Auf der zweiten Runde erhöhte ich, gefühlmässig die Pace und wechselte von einer 3er Atmung, die ich zum grössten Teil gemacht habe, auf eine 2er Atmung oder auf eine 2-2-3 Atmung um. Schon ziemlich bald war ich beim letzten Wendepunkt der schön rund gesteckt wurde. Dort schaute ich nochmals auf die Uhr und ich war immer noch schneller als im Zeitplan unterwegs. Von dort hatte ich nochmals das Tempo erhöht. Jedoch war es eine Gratwanderung zwischen locker schwimmen (wenn's schnell läuft) und schneller schwimmen und sich allenfalls zu verkrampfen. Doch ich muss sagen, dass es gut geklappt hat. Mit einer Schwimmzeit von 1:05,54 stieg ich aus dem Wasser. Dies sind fast 5min schneller als ein Jahr zuvor in Roth. In meiner Kategorie war ich somit in der ersten Hälfte und im Gesamtfeld im ersten Drittel rangiert.

Auf dem Weg zur Wechselzone war ein Anstieg auf sandigem Untergrund zu bewältigen. Das Fahrrad habe ich schnell gefunden. Der Neoprenanzug konnte ich schnell abziehen und der Wechsel klappte auch gut.

Auf dem Rad habe ich die ersten 10min locker genommen. Ich bin zwar mit Herzfrequenzmessung gefahren, brauchte dies aber nur später für die Analyse. So ist der Puls vom Wechsel (160 Schläge/min) auf gut 145 Schläge gesunken. Ich habe mich an den Wattzahlen orientiert. Der erste Streckenabschnitt, bis in die Stadt Frankfurt, war auf der Autobahn zu fahren. Ausserdem war die ganze Radstrecke für andere Verkehrsteilnehmer gesperrt. Ziemlich genau in Frankfurt angekommen, fing es an zu regnen. Das Wetter kann man nicht ändern, und darum hat es mich mental nicht gestört. Richtung Bergen Enkheim hatte es viele Schachtdeckel die versenkt waren. Durch das Regenwetter, Schachtdeckel und das einhalten der Abstände zum Vordermann (10m), Pacing und Ernährung, musste man schön konzentriert bleiben. Dann kam der Anstieg "The Beast" welcher schon ein bisschen steil war. Mit einer Abfahrt ohne grosse Kurven ging es dann in Hochstadt mit einem Anstieg durch einen Kopfsteinpflasterabschnitt. Bei der Verpflegung nahm ich alle Stunde einen Bidon Wasser. Einen Winforce-Gel und eine verdünnte Mischung von Carbo Basic Plus von Winforce stärkten mich zusätzlich. Ausserdem nahm ich noch Salztabletten von Hammer, welche ich auch beim Lauf einnahm.

Bild aus einem vorgängigen Jahr. "The Hell" Mit Teufel wie bei der Tour de France

Dann folgte der Anstieg zum Hühnerberg. Welcher schön zu fahren war. In der Abfahrt konnte ich einige Plätze gut machen. Der Regen wurde stärker in den folgenden Abschnitten und der Velocomputer piepste im Sekundentakt und die Knöpfe gingen auch nicht mehr. Die Armlinge schützten zwar nicht gross gegen den Regen, ich konnte aber den direkten Wind etwas abhalten. Nach dem Durchfahren von Friedberg, dem nördlichsten Punkt, ging es wieder Richtung Süden. Ab hier war der Wind schön zu spüren. Einmal von rechts, einmal von links, einmal von vorne. Dies war vor allem auch mental höchst anspruchsvoll. In diesem Abschnitt fuhren auch Gruppen an mir vorbei, hatte aber keine Chance zu folgen.

Beim letzten Anstieg der ersten Runde, dem Vilber Berg, (genannt Hearthbreak-Hill) hatte es trotz Regen noch viele Zuschauer an der Strecke. Auf der zweiten Runde wollte ich ein bisschen mein Tempo erhöhen. Was aber nicht gelang, ich wurde ein bisschen langsamer. Etwa bei KM 130 hörte der Regen auf, doch die Strasse war immer noch nass, das man bei den Kurven schön abbremsen musste. Die Sonne kam auch ein bisschen hervor. Bei KM 155 verlor ich kurz nach der Verpflegung meine Wasserflasche, da direkt vor mir ein Fahrer in einem Kreisel stürzte und ich glücklicherweise noch ausweichen konnte. Im folgenden Windabschnitt wurde ich wieder regelrecht überholt. Und mental habe ich ein bisschen nachgelassen und war nicht mehr so motiviert. Bei der letzten Abfahrt Richtung Frankfurt war noch einmal fieser Gegenwind.
Wie ich in der Herzfrequenzkurve gesehen habe, blieb der Puls ziemlich konstant, jedoch hatte die zweite Runde weniger Wattleistung.
Die Radstrecke absolvierte ich nach 5:23,17, dies sind 10.5 Minuten mehr als in Roth im letzten Jahr. Die Strecke in Frankfurt war 180.5km und in Roth 177.7km lang.
A. Raelert und S. Kienle welche letztes Jahr in Roth die zwei schnellsten Radzeiten hatten, waren dieses Jahr in Frankfurt 18min b.z.w. 12min länger unterwegs.
In meiner Kategorie war ich beim Radfahren im ersten Drittel und im Gesamtfeld im ersten Viertel. Seit dem Schwimmausstieg konnte ich 81 Plätze gut machen in meiner Kategorie.

Der Wechsel gelang mir sehr schnell, konnte ich doch in meiner Kategorie die 8. schnellste Wechselzeit erreichen und wechselte schneller als einige Profis.

Ich hatte ein gutes Gefühl auf der Laufstrecke. Ich versuchte ganz locker zu laufen, um ja nicht die erste Runde zu schnell zu laufen.
Meine Taktik war die erste Runde locker zu laufen und dann im gleichen Gefühl weiterzulaufen, und dann schauen, ob ich das Tempo halten kann oder langsamer werde. Kann ich das Tempo halten, werde ich mehr angreifen und etwas riskieren. Werde ich langsamer, so ist mein Ziel das Tempo zu halten. So oder so, in der letzten Runde wird nochmals alles gegeben. Um unter 10:00 Std. zu finishen brauchte es eine Zeit von 3:25 für den Marathon.
Am Streckenrand hatte es viele Zuschauer. Schon bald beim ersten Verpflegungsposten konnte ich die Kameraden vom Triteam Zugerland an der Strecke sehen, welche mich gut unterstützten. Die erste Runde konnte ich mit einem Schnitt von 4:43min/km absolvieren, dies entspricht leicht schneller als ein 3:20-Marathonkurs.
Ich fühlte mich noch locker und es machte Spass so zu rennen und auch viele zu überholen.
Die Verpflegungsposten waren alle 2km und ich nahm alle 25min ein Hammer-Gel zu mir.
In der ersten Runde wurde ich vom führenden Mann, Marino Vanhoenacker, und dem zweitplatzierten Sebastien Kienle überholt, welche beide in der dritten Runde waren. Ebenfalls überholte mich Kristin Mölller (zweifache Ironmansiegerin-Rekordhalterin Ironman Marathon) welche ich beim Wechsel Rad-Lauf überholt hatte.

Auf der zweiten Runde wurde meine Durchschnittspace leicht langsamer und die Beine wurden etwas schwerer.
Der Wind wehte auch noch auf der Laufstrecke. In eine Richtung hatte man Gegenwind und in die andere Laufrichtung Rückenwind. Zudem waren pro Runde zwei Brücken zu überqueren, welches anfangs nichts besonders war, bei den letzten zwei Runden war es dann schon eine zusätzliche Herausforderung.
Mitte der zweiten Runde konnte ich die zweite Frau (Anja Beranek) überholen, welche eine Runde weiter war als ich. Als ich auf die Laufstrecke ging, hatte sie eine Runde und 25 Sekunden Vorsprung. Bis Ende dritte Runde konnte ich den Vorsprung noch um weitere 30 Sekunden ausbauen. Das war ein tolles Gefühl. In der zweiten Runde konnte ich eine Pace von 4:46min/km laufen, ich wurde leicht langsamer. Nachdem mich die zwei erst Platzierten in der ersten Runde überholt hatten, konnte mich kein weiterer Profi einholen, die ersten Profis liefen dann anfangs meiner dritten Runde ins Ziel. Die Beine liefen immer noch gut und ich konnte immer noch auf der Überholspur laufen. Die Laufstrecke wurde immer voller, es hatte aber genug Platz ausser nach dem ersten Verpflegungsposten standen die Zuschauer ein bisschen eng. In der dritten Runde merkte ich plötzlich, dass ich noch nicht auf den Ausgang geschaut habe, welcher man ende vierte Runde benutzt um ins Ziel abzubiegen :)
Die dritte Runde absolvierte ich mit einer Pace von 4:56min pro KM.

In der vierten Runde setzte ich nochmals alle Energiereserven frei und so konnte ich nochmals das Tempo erhöhen.
5km vor dem Ziel rechnete ich kurz nach und es reichte eine Pace von 5:00min/km für ein Finish unter 10 Stunden. Die letzte Runde absolvierte ich mit einem Schnitt von 4:46min/km.
In mitten der vielen Zuschauer, rechts und links 3-4 Reihen hintereinander, ging es in einem Kanal dem Ziel entgegen. Ein freudiges Erlebnis, dass man es geschafft hat. Aber auch ein bisschen Traurigkeit, das die vielen Gefühlen die man auf der Rennstrecke erlebt, vorbei sind.
Den Marathon lauf lief ich in 3:22,36 und war damit fast 11min schneller als ein Jahr zuvor in Roth. Ich hatte die 34. Marathonzeit in meiner Kategorie und die 148. Marathonzeit im Gesamtklassement. In meiner Kategorie konnte ich seit dem Abstieg von Rad nochmals 51 Ränge gut machen.
Das Ziel erreichte ich nach einer Zeit von 9 Stunden 57 Minuten und 4 Sekunden. Somit war ich zum ersten Mal unter 10:00 Stunden im Ziel.
In der Gesamtwertung erreichte ich den 263. Rang von 2308 Finisher und 2885 Startern. Und in meiner Kategorie Männer 30-34 Jahre erreichte ich den 54. Rang von 360 Finisher/386 Startern.
Im Ziel war es wiederum interessant, dass die Beine, die vorher noch schön gelaufen sind, plötzlich sehr schwer sind und jeder Schritt eine kleine Anstrengung ist.

Videos vom Rennen:
http://www.hr-online.de/website/specials/ironman2012


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10. Juli 2012: Ironman Frankfurt 2012

Am Freitagmorgen reiste ich 460km Richtung Frankfurt. Nachdem es am Donnerstag noch warm war, dass man den ganzen Tag schwitzte, regnete es in Basel so stark, dass die Scheibenwischer eher zu langsam waren. Mit ein paar WC-Stopp's, ich war ziemlich nervös, ging es dann auf trockener Strasse vorwärts. Das Gefühl, dass man in den letzten Woche noch einmal unsicher wird, trotz der guten Trainings, kannte ich von den vorherigen grossen Triathlon's. Das sind einfach eigene Lügen, die man dann glaubt oder auch nicht. In Frankfurt angekommen, holte ich die Startunterlagen ab. Dort wurde im Infostand auch angegeben, dass der Langener Waldsee genug warm ist, dass mit der Auftriebshilfe "Neopren" geschwommen werden kann. Bei der Wettkampfbesprechung traf ich dann noch die anderen 3 Mitglieder (Susi, Paul und Thierry) vom Triteam Zugerland, welche auch am Ironman starteten. Danach ging es bei warmen und sonniger Witterung in die Frankfurter Innenstadt, etwas zu essen, trinken und lachen. Beim Weg zum Hotel ging ich noch an der zweiten Wechselzone vorbei und prägte mir diese ein.
Statt der Pasta-Party zogen wir ein gemütliches feines Essen in einem Restaurant vor.

Am Samstagmorgen war es nochmals schön warm und wir fuhren noch eine lockere Runde auf dem Rad.
Nach dem Mittagessen fuhren wir mit dem Shuttlebus Richtung Langer Waldsee. Das Einchecken ging sehr flüssig und schnell. Den Platz konnte ich mir auch sehr gut einprägen, denn es hatte einen Baum in der Nähe. Bei diesem grossen Radpark sah man dann auch, wie viele wirklich die über 2500 Startplätze sind.
Danach ging es noch einmal in die Frankfurter Innenstadt, wo noch weitere bekannte Gesichter dazukamen. So dass mit Moni, Eveline, Thorsten, Fabian und Alessandro eine schöne Fangemeinde da war. Am Abend ging es dann noch einmal Pasta essen um die Speicher zu füllen. Kurz vor 11 Uhr ging ich dann ins Bett und ich konnte gut einschlafen.

Kurz vor 4 Uhr klingelte der Wecker und es ging zum Frühstück, wo zum Glück der Magen nicht streikte. Nach dem Mischen von den Wettkampfgetränken ging es dann zu Fuss Richtung Shuttle-Busse. Wir hatten Glück, so mussten wir nicht lange warten, bis es Richtung Langener Waldsee ging. Beim Weg zum Wechselplatz führte am Wechselplatz der Profis vorbei und konnte der schnellsten Triathletin, von diesem Jahr, (Caroline Steffen) noch in die Augen schauen :) und mit Freude den Tag in Angriff nehmen. In der Wechselzone war ich schön ruhig. Die Vorbereitungen klappten wunderbar und so lief ich ca. 20 min vor dem Startschuss zum See hinunter, wo ich noch einen letzten Schluck von einem Energiegetränk nahm und mich noch ein bisschen einschwimmen ging. Ich fühlte mich gut, konzentriert und locker. In der ersten Startgruppe mit den Profis und 400 Altersklassenathleten welche um 6:45 Uhr startet, war ich auch dabei. So konnte ich das Schwimmen entspannter angehen und den Schlägereien am Start aus dem Weg gehen. Nach dem Abspielen der Nationalhymne sollte der Startschuss fallen, jedoch klemmte dieser und es ging trotzdem irgendwie los.

Plan der Schwimmstrecke

vor dem Schwimmstart

Schwimmstart der ersten Gruppe

Ich fand schnell einen guten Rhythmus und konnte ohne grosse Prügeleien losschwimmen. Die Bojen war sehr gut sichtbar und die Orientierung ging leicht. Da ich mit einer GPS-Uhr schwamm, schaute ich bei der ersten Boje einmal drauf und diese zeigte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 1:35min/100m an. Ich fühlte mich locker und war erstaunt über den schnellen Schnitt, habe ich mir doch einen Schnitt von 1:45/km als Ziel gesetzt. Im gleichen gefühlten Tempo schwamm ich weiter, schon bald kam ich zum Landgang, wo es zwischen der Zuschauermenge durch auf die zweite Schwimmrunde ging. Die erste Runde von 2.1km schwamm ich in 35min und 10sek was einem Schnitt von 1:40min/100m entspricht.

Kurz nach dem Schwimmstart

Beim kurzen Landgang hat es gut getan, die Füsse wieder einmal richtig zu spüren. Ich fühlte mich fit und freute mich auf die zweite Runde.
Auf der zweiten Runde erhöhte ich, gefühlmässig die Pace und wechselte von einer 3er Atmung, die ich zum grössten Teil gemacht habe, auf eine 2er Atmung oder auf eine 2-2-3 Atmung um. Schon ziemlich bald war ich beim letzten Wendepunkt der schön rund gesteckt wurde. Dort schaute ich nochmals auf die Uhr und ich war immer noch schneller als im Zeitplan unterwegs. Von dort hatte ich nochmals das Tempo erhöht. Jedoch war es eine Gratwanderung zwischen locker schwimmen (wenn's schnell läuft) und schneller schwimmen und sich allenfalls zu verkrampfen. Doch ich muss sagen, dass es gut geklappt hat. Mit einer Schwimmzeit von 1:05,54 stieg ich aus dem Wasser. Dies sind fast 5min schneller als ein Jahr zuvor in Roth. In meiner Kategorie war ich somit in der ersten Hälfte und im Gesamtfeld im ersten Drittel rangiert.

Auf dem Weg zur Wechselzone war ein Anstieg auf sandigem Untergrund zu bewältigen. Das Fahrrad habe ich schnell gefunden. Der Neoprenanzug konnte ich schnell abziehen und der Wechsel klappte auch gut.

Auf dem Rad habe ich die ersten 10min locker genommen. Ich bin zwar mit Herzfrequenzmessung gefahren, brauchte dies aber nur später für die Analyse. So ist der Puls vom Wechsel (160 Schläge/min) auf gut 145 Schläge gesunken. Ich habe mich an den Wattzahlen orientiert. Der erste Streckenabschnitt, bis in die Stadt Frankfurt, war auf der Autobahn zu fahren. Ausserdem war die ganze Radstrecke für andere Verkehrsteilnehmer gesperrt. Ziemlich genau in Frankfurt angekommen, fing es an zu regnen. Das Wetter kann man nicht ändern, und darum hat es mich mental nicht gestört. Richtung Bergen Enkheim hatte es viele Schachtdeckel die versenkt waren. Durch das Regenwetter, Schachtdeckel und das einhalten der Abstände zum Vordermann (10m), Pacing und Ernährung, musste man schön konzentriert bleiben. Dann kam der Anstieg "The Beast" welcher schon ein bisschen steil war. Mit einer Abfahrt ohne grosse Kurven ging es dann in Hochstadt mit einem Anstieg durch einen Kopfsteinpflasterabschnitt. Bei der Verpflegung nahm ich alle Stunde einen Bidon Wasser. Einen Winforce-Gel und eine verdünnte Mischung von Carbo Basic Plus von Winforce stärkten mich zusätzlich. Ausserdem nahm ich noch Salztabletten von Hammer, welche ich auch beim Lauf einnahm.

Bild aus einem vorgängigen Jahr. "The Hell" Mit Teufel wie bei der Tour de France

Dann folgte der Anstieg zum Hühnerberg. Welcher schön zu fahren war. In der Abfahrt konnte ich einige Plätze gut machen. Der Regen wurde stärker in den folgenden Abschnitten und der Velocomputer piepste im Sekundentakt und die Knöpfe gingen auch nicht mehr. Die Armlinge schützten zwar nicht gross gegen den Regen, ich konnte aber den direkten Wind etwas abhalten. Nach dem Durchfahren von Friedberg, dem nördlichsten Punkt, ging es wieder Richtung Süden. Ab hier war der Wind schön zu spüren. Einmal von rechts, einmal von links, einmal von vorne. Dies war vor allem auch mental höchst anspruchsvoll. In diesem Abschnitt fuhren auch Gruppen an mir vorbei, hatte aber keine Chance zu folgen.

Heartbreak-Hill-Passage im Regen

Beim letzten Anstieg der ersten Runde, dem Vilber Berg, (genannt Hearthbreak-Hill) hatte es trotz Regen noch viele Zuschauer an der Strecke. Auf der zweiten Runde wollte ich ein bisschen mein Tempo erhöhen. Was aber nicht gelang, ich wurde ein bisschen langsamer. Etwa bei KM 130 hörte der Regen auf, doch die Strasse war immer noch nass, das man bei den Kurven schön abbremsen musste. Die Sonne kam auch ein bisschen hervor. Bei KM 155 verlor ich kurz nach der Verpflegung meine Wasserflasche, da direkt vor mir ein Fahrer in einem Kreisel stürzte und ich glücklicherweise noch ausweichen konnte. Im folgenden Windabschnitt wurde ich wieder regelrecht überholt. Und mental habe ich ein bisschen nachgelassen und war nicht mehr so motiviert. Bei der letzten Abfahrt Richtung Frankfurt war noch einmal fieser Gegenwind.
Wie ich in der Herzfrequenzkurve gesehen habe, blieb der Puls ziemlich konstant, jedoch hatte die zweite Runde weniger Wattleistung.
Die Radstrecke absolvierte ich nach 5:23,17, dies sind 10.5 Minuten mehr als in Roth im letzten Jahr. Die Strecke in Frankfurt war 180.5km und in Roth 177.7km lang.
A. Raelert und S. Kienle welche letztes Jahr in Roth die zwei schnellsten Radzeiten hatten, waren dieses Jahr in Frankfurt 18min b.z.w. 12min länger unterwegs.
In meiner Kategorie war ich beim Radfahren im ersten Drittel und im Gesamtfeld im ersten Viertel. Seit dem Schwimmausstieg konnte ich 81 Plätze gut machen in meiner Kategorie.

Der Wechsel gelang mir sehr schnell, konnte ich doch in meiner Kategorie die 8. schnellste Wechselzeit erreichen und wechselte schneller als einige Profis.

Ich hatte ein gutes Gefühl auf der Laufstrecke. Ich versuchte ganz locker zu laufen, um ja nicht die erste Runde zu schnell zu laufen.
Meine Taktik war die erste Runde locker zu laufen und dann im gleichen Gefühl weiterzulaufen, und dann schauen, ob ich das Tempo halten kann oder langsamer werde. Kann ich das Tempo halten, werde ich mehr angreifen und etwas riskieren. Werde ich langsamer, so ist mein Ziel das Tempo zu halten. So oder so, in der letzten Runde wird nochmals alles gegeben. Um unter 10:00 Std. zu finishen brauchte es eine Zeit von 3:25 für den Marathon.
Am Streckenrand hatte es viele Zuschauer. Schon bald beim ersten Verpflegungsposten konnte ich die Kameraden vom Triteam Zugerland an der Strecke sehen, welche mich gut unterstützten. Die erste Runde konnte ich mit einem Schnitt von 4:43min/km absolvieren, dies entspricht leicht schneller als ein 3:20-Marathonkurs.
Ich fühlte mich noch locker und es machte Spass so zu rennen und auch viele zu überholen.
Die Verpflegungsposten waren alle 2km und ich nahm alle 25min ein Hammer-Gel zu mir.
In der ersten Runde wurde ich vom führenden Mann, Marino Vanhoenacker, und dem zweitplatzierten Sebastien Kienle überholt, welche beide in der dritten Runde waren. Ebenfalls überholte mich Kristin Mölller (zweifache Ironmansiegerin-Rekordhalterin Ironman Marathon) welche ich beim Wechsel Rad-Lauf überholt hatte.

Auf der zweiten Runde wurde meine Durchschnittspace leicht langsamer und die Beine wurden etwas schwerer.
Der Wind wehte auch noch auf der Laufstrecke. In eine Richtung hatte man Gegenwind und in die andere Laufrichtung Rückenwind. Zudem waren pro Runde zwei Brücken zu überqueren, welches anfangs nichts besonders war, bei den letzten zwei Runden war es dann schon eine zusätzliche Herausforderung.
Mitte der zweiten Runde konnte ich die zweite Frau (Anja Beranek) überholen, welche eine Runde weiter war als ich. Als ich auf die Laufstrecke ging, hatte sie eine Runde und 25 Sekunden Vorsprung. Bis Ende dritte Runde konnte ich den Vorsprung noch um weitere 30 Sekunden ausbauen. Das war ein tolles Gefühl. In der zweiten Runde konnte ich eine Pace von 4:46min/km laufen, ich wurde leicht langsamer. Nachdem mich die zwei erst Platzierten in der ersten Runde überholt hatten, konnte mich kein weiterer Profi einholen, die ersten Profis liefen dann anfangs meiner dritten Runde ins Ziel. Die Beine liefen immer noch gut und ich konnte immer noch auf der Überholspur laufen. Die Laufstrecke wurde immer voller, es hatte aber genug Platz ausser nach dem ersten Verpflegungsposten standen die Zuschauer ein bisschen eng. In der dritten Runde merkte ich plötzlich, dass ich noch nicht auf den Ausgang geschaut habe, welcher man ende vierte Runde benutzt um ins Ziel abzubiegen :)
Die dritte Runde absolvierte ich mit einer Pace von 4:56min pro KM.

In der vierten Runde setzte ich nochmals alle Energiereserven frei und so konnte ich nochmals das Tempo erhöhen.
5km vor dem Ziel rechnete ich kurz nach und es reichte eine Pace von 5:00min/km für ein Finish unter 10 Stunden. Die letzte Runde absolvierte ich mit einem Schnitt von 4:46min/km.
In mitten der vielen Zuschauer, rechts und links 3-4 Reihen hintereinander, ging es in einem Kanal dem Ziel entgegen. Ein freudiges Erlebnis, dass man es geschafft hat. Aber auch ein bisschen Traurigkeit, das die vielen Gefühlen die man auf der Rennstrecke erlebt, vorbei sind.
Den Marathon lauf lief ich in 3:22,36 und war damit fast 11min schneller als ein Jahr zuvor in Roth. Ich hatte die 34. Marathonzeit in meiner Kategorie und die 148. Marathonzeit im Gesamtklassement. In meiner Kategorie konnte ich seit dem Abstieg von Rad nochmals 51 Ränge gut machen.
Das Ziel erreichte ich nach einer Zeit von 9 Stunden 57 Minuten und 4 Sekunden. Somit war ich zum ersten Mal unter 10:00 Stunden im Ziel.
In der Gesamtwertung erreichte ich den 263. Rang von 2308 Finisher und 2885 Startern. Und in meiner Kategorie Männer 30-34 Jahre erreichte ich den 54. Rang von 360 Finisher/386 Startern.
Im Ziel war es wiederum interessant, dass die Beine, die vorher noch schön gelaufen sind, plötzlich sehr schwer sind und jeder Schritt eine kleine Anstrengung ist.

Videos vom Rennen:
http://www.hr-online.de/website/specials/ironman2012



Ranglisten Ironman Frankfurt:
http://ironmanfrankfurt.com/de/athleten/ergebnisse-2/ergebnisse-2012/



Und hier kann man meine Splitzeiten ansehen (Startnummer 312 eingeben)
http://ironman.com/events/ironman/germany?show=tracker#axzz20J1Oyouh