06.06.2010 Halfironman Rapperswil

Die Vorbereitung für den Halbdistanz Ironman 70.3 in Rapperswil war in den letzten 2 Wochen mit einer Frage beschäftigt. Ich hatte mir beim Joggen den Fuss übertreten, was dann zu einer Woche Laufpause führte. Ein paar Tricks aus der Trickkiste und Schonung half mir die Schmerzen zu lindern und die Stabilität wieder zu erlangen. Die Frage, ob ein Start in Rapperswil möglich ist, kreiste immer wieder in meinen Gedanken. 5 Tage vor dem Triathlon konnte ich noch nicht ganz schmerzfrei joggen. 2 Tage vor dem Start war ich dann zuversichtlich für einen Start in Rapperswil.

Beim Check-In am Samstag war die Sonne in ihrem Element und zeigte sich in ihrer Pracht und Grösse. Die Wettkampfbesprechung in der Eishockeyarena, wo ich noch Florian vom Triteam traf, war eine schöne Abkühlung, bevor es dann zum Check-In ging.

Etwa 1.5 Stunden vor dem Start traf ich am Sonntag in Rapperswil ein. So hatte ich genug Zeit um alles einzurichten und mich in Ruhe vorzubereiten. Die Wassertemperatur wurde mit knapp 18° angegeben, was noch angenehm ist. Da hat sich in den letzten Wochen einiges getan, war der See ein Monat früher ca. 12°

Um 9.40 Uhr fiel dann der Startschuss für 300 Männer der Kategorie M30.
Ich versuchte ein gleichmässiges Tempo zu schwimmen, dies gelang mir
aber nicht immer. Ich war immer wieder im Wechsel zwischen alleine
schwimmen und im Wasserschatten zu schwimmen. Nach der Hälfte bin ich den grössten Teil alleine in meinem Tempo geschwommen. Nach 37 Minuten kam ich aus dem Wasser ziemlich genau in der Mitte vom Starterfeld (153. Rang). Der erste Wechsel ging gut und ich freute mich auf die Radstrecke.

Die Radstrecke war mehrheitlich flach bis nach Schmerikon, so konnte ich mich schön warm fahren für die erste Steigung, welche der sogenannte "Witches Hill" ist. Meine Beine fühlten sich frisch an und es machte Spass das Fahrrad zu steuern ;) Unterstützt von vielen Zuschauern und Hexen kam ich gut die Steigung hinauf. Nach einer kurzen Abfahrt, wo man erst richtig merkte, wie die vorherige Steigung war, ging es leicht ansteigend weiter. Die Steigung „The Beast“ war kurz und knackig. Ich lies mich aber nicht aus der Reserve locken. Bis nach Goldingen war die eine Strassenhälfte teilweise bis vier-spurig befahren, links waren die Schnellsten. Vor allem auf der zweiten Runde waren dort sehr viele auf der Strecke. Ich selber war aber nie in einer Gruppe dabei, da ich mein eigenes Tempo fuhr. Zudem mischte sich das Fahrerfeld von den verschiedenen Startzeiten und die Fahrer von der ersten und zweiten Runde. Die Abfahrt nach Goldingen hat mir gefallen, ich konnte es schön rollen lassen. Die zweite Runde konnte ich im gleichen Stil weiterfahren.
Die Radstrecke, die nach dem Tacho nur knapp 85km war, absolvierte ich mit einer Fahrzeit von 2 Stunden und 35 Minuten, so lag ich bei der Radzeit auf dem 58. Rang und hatte mich auf den 68. Rang hervorgefahren.

Nach dem Wechsel auf die Laufstrecke, hatte ich für mich ungewohnt starke Krämpfe in den Beinen. Ich versuchte mit der Atmung die Krämpfe zu lösen, was mir dann auch gelang. Es war beim Lauf eine heisse Sache. Den ersten Kilometer ging ich ein bisschen zu schnell an, so korrigierte ich ein bisschen. Immer wieder plagten mich Krämpfe bei den Anstiegen, doch dies ging dann wieder vorbei. Bei der ersten Runde beim „The Stairways to Heaven“ bevor es die Schlosstreppe hinauf ging, klatschte ich mit der Musik mit und viele Zuschauer taten es mir gleich, das war eine coole Erfahrung. Vom 10-15 Kilometer hatte ich eine Krise, die Beine fühlten sich ein bisschen leer an. Dann lief es wieder besser und das Laufen machte wieder Freude. Kurz vor der zweiten Passage zur Schlosstreppe feuerten mich einige Triteam-Mitglieder kräftig an. Die Laufstrecke war mit vielen Hochs und Tiefs gespickt. Gegen den Schluss der Laufstrecke begann ich noch zu rechnen und eine Zeit unter 5 Stunden lag noch drin. Mit einer Laufzeit von 1 Stunde 41 Minuten (36. Laufzeit) kam ich dann ins Ziel und konnte mich auf den 49. Rang (Kat. M30) verbessern. Die Schlusszeit ergab 4 Stunden und 59 Minuten. In der Eishockeyarena gab es dann reichlich zu esssen, was aber nicht so gut hinunter ging. Nach der kalten Dusche genoss ich zu Hause ein paar feine Portionen Glace. Kalt und Heiss! Auf und Ab! So ist das Leben. ;)