25.07.2010 Ironman Switzerland

Die Zeit zwischen dem Halfironman in Rappi und dem Ironman in Zürich konnte ich gut nutzen und meine Form ausbauen.
Als persönlicher Höhepunkt war die Pässefahrt über Susten, Grimsel und Furka mit 3400 Höhenmeter, ein unvergesslichess Erlebnis.
Das Check-in lief problemlos am Samstag und die Vorfreude auf den Wettkampf stieg immer höher an.
Dann zu Hause mischte ich noch meine Ernährung ab und packte noch meine Sachen, dies wollte ich eigentlich schon früher machen, doch es kamen noch ein paar Sachen dazu.
Am Freitagabend überschlug sich ein Jeep, wo mein Vater in den Spital eingeliefert werden musste. Er kam aber noch mit Glück davon (Gehirnerschütterung und Rippenquetschung)
Am Samstagmorgen musste ich noch arbeiten, das nahm ich aber locker, so war die Spannung nicht so auf das andere ausgerichtet.
Am Sonntagmorgen stand ich auf und ass eine gute Portion Reis. Zusammen mit meinem Chaffauer Beat Iten ging es dann nach Zürich, wo wir ganz nahe am Bahnhof Wollishofen einen Parkplatz fanden.

Dann die letzten Vorbereitungen in der Wechselzone und dann nun gings zum Schwimmstart.
Für den Ironman habe ich mir vorgenommen einen gleichmässigen Tempo/Krafteinsatz zu leisten und keine Belastungsspitzen zu erzeugen.
Die letzten fünf Minuten vor dem Schwimmstart war für mich ein emotionales Gefühl. Ich spürte wie sich die Anspannung löste, die Hormone durch meinen Körper pushten und ich ein Freudenschrei machte.

Der Schwimmstart verlief unter normalen Bedinungen. Ein irres Gefühl, wenn 4444 Arme durch den See kreisen. Meine Arme fühlten sich frisch an und es machte Spass so zu schwimmen. Es lief mir besser als in Rapperswil, wo ich zu kämpfen hatte. Die Masse erzeugte einen Sog und es war ein cooles Gefühl vereint mit den anderen diesen Wettkampf zu bestreiten und dennoch absolviert man ihn alleine. Ich schwamm immer schön locker und kam nach einer Stunde 13 Minuten und 41 Sekunden aus dem Wasser und war so rund 5.5 Minuten (7%) schneller als im Vorjahr. In meiner Kategorie Männer 30-34 Jahre (M30) war ich auf dem 192. Rang und in der Overallwertung (OW) auf dem 985. Rang. Dann ging es in die Wechselzone, wo ich den Neoprenanzug auszog und mir die Startnummer und Helm und Radbrille anzog. Ich enschied mich keine weitere Bekleidung anzuziehen. Es war noch etwas frisch am morgen, doch das Wetter soll immer wärmer werden. Mein Wechselplatz war schnell zu finden, er war bei den beiden Hauptdruchgängen an einer Ecke.
Nach einem sehr schnellen Wechsel von einer Minute und 41 Sekunden (M30 24./OW 135. Rang), wo ich doppelt so schnell war als im Vorjahr und viele Ränge gut machte (M30 27/ OV 136 Ränge) ging es auf die Radstrecke. Die Radstrecke ging ich locker an, ohne grosses Krampfen wollte ich die ersten 30km fahren. Es lief ganz gut und und mit lockeren Beinen konnte ich die ersten 30km in einem 37er Schnitt fahren. Vor allem die ersten Kilometer waren sehr hecktisch, doch ich liess mich nicht zu einem höheren Tempo verleiten. Denn Anstieg Richtung Hombrechtikon und Bubikon ging ich auch locker an und liess mich von einigen Athleten überholen. Bei der Abfahrt konnte ich dann mit einem wenig grösseren Kraftaufwand wieder Plätze gut machen, was auch mit meinem Material zusammen hing (hohe Aerofelgen und Aerohelm). Wichtig war es auch sich von Anfang an zu verpflegen, da hatte ich einen Plan, wo ich zu jeder Stunde schaute genug Kalorien und Flüssigkeit einzunehmen. Auf der Radstrecke traf ich Andy, Florian, Paul (Tri Zugerland) und Fridel (Steinen). Inzwischen waren ideale Temperaturen. Den Anstieg "the beast" kam ich gut hinauf. Ich liebe solche langgezogene Anstiege, welche man mit Kraft fahren kann. Bei der Abfahrt hatte es Seitenwind und das Fahrrad musste man gut im Griff haben. Den Anstieg auf die Forch ist anders zum fahren, es geht hinauf, doch durch die langen Geraden sieht man den Anstieg gar nicht so richtig und man hat das Gefühl nicht vorwärts zu kommen.
Bei der Abfahrt nach Küsnacht konnte ich viel Zeit gut machen und lag dann 5 Minuten schneller als der Zeitplan.
Dann ging die Strecke Richtung Stadt Zürich an der Landiwiese vorbei und nach Kirchberg. Dort wartete der Hearthbreakhill, der immer viele Zuschauer am Streckenrand hat. Die Passage beim Hearthbreakhill war ein eindrückliches Erlebnis, welchesr unter die Haut ging.

Die erste Runde hatte ich in 2 Stunden 38 Minuten absolviert. So hatte ich 27 Ränge (M30) und 152. Ränge (OW) gut gemacht. Dort rechnete ich aus, wenn ich die zweite Runde in der gleichen Zeit absolviere und ein 3:30 Marathon hingkriege, würde es für eine Gesamtzeit unter 10 Stunden reichen.
Die zweite Runde hat ein bisschen mehr Wind, so richtig kämpfen musste ich aber trotzdem nie. Richtung Meilen hat es wie auf der ersten Runde viele Fahrerpullks gegeben. Schade dass man zu diesem Zeitpunkt keine Schiedsrichter zu sehen bekam. Ich und Andy konnten sich ein bisschen ablössen, ohne in die Reserven zu gehen.
Die zweite Runde ging gut, und ich nahm bei den kurzen Anstiegen zwischen km 120 und 140 keine Reserven aus der Hand. Die Anstiege Richtung Egg und Forch konnte ich in einem gleichmässigen Tempo fahren und konnte dort auch viele überholen, die überpact in die zweite Runde gingen.
Beim Durchgang Landiwiese sah ich noch Beat Iten und mein Bruder Thomas die mich anfeuerten.
Richtung Zürich war dann manchmal nach vorne keine Fahrer zu sehen, doch dann beim Hearthbreakhill kamen sich die Fahrer in der Steigung wieder näher. Am Schluss von der Radstrecke musste ich noch ein bisschen Geduld üben, da wieder Autos auf die Strasse geleitet wurden und man die Autos nicht gut überholen konnte.
Die zweite Runde hatte ich in 2 Stunden 45 Minuten absolviert, so hatte ich eine Radzeit von 5 Stunden und 23 Minuten. Das war ein gutes Gefühl, da es mir besser lief als erwartet.
In der M30 konnte ich nochmals gleichviel Ränge gut machen und und in der Overallwertung 115 Ränge. Die Zeit war in der zweiten Runde schlechter, doch im Abschnittranking war ich schneller unterwegs. Gegenüber zum Vorjahr war ich 49 Minuten schneller auf der Radstrecke unterwegs (13%)

Der zweite Wechsel ging auch ganz gut, welcher ich in 1 Minute und 40 Sekunden absolvierte, 51 Sekunden schneller als im Vorjahr (M30 35./OV 188.)

Das Laufen lief mir Anfangs im Vergleich zu Rapperswil und dem letztjährigen Ironman ganz gut, ich hatte keine grosse Probleme.
Ich wollte die ersten Kilometer (10km) ziemlich locker angehen. Die ersten fünf Kilometer lief ich zwischen 4:45 und 5:00. Ich wollte eine 5:12/km (Marathonzeit 3:40) laufen. Doch die Bremsaktionen fruchteten nicht, ich nahm mir jeden Kilometer vor wieder Tempo rauszunehmen. Ab dem fünften Kilometer konnte ich dann mein Tempo finden. Eine gewisse Euphorie fühlte ich auf den ersten Kilometer, da es viel besser lief, als ich mir es vorgestellt habe. Doch ich wusste auch das die Hochs in einem Ironman manchmal gefährlicher sind als die Tiefs. Mit diesem Tempo wäre ein Marathon unter 3:30 möglich gewesen. Die zweite Runde konnte ich in meinem Zieltempo laufen, doch es stellten sich Magenprobleme ein und ich konnte nicht so viel trinken und Gels nehmen, wie ich geplant habe. Der Magen fühlte sich voll an und zudem habe ich noch leichten Durchfall bekommen. An der Laufstrecke sah ich dann noch Daniel Schenk (Steinen) Beat Bühlmann (Erox, Santamonica) und Moni vom Triteam Zugerland, in dieser Phase musste ich Durchbeissen, doch dies konnte ich. Auf der dritten Runde war ich immer noch auf einem Kurs von 10:30 und dies beflügelte mich immer wieder. In der letzten Runde musste ich noch eine Toilletenpause einlegen und konnte dann noch einmal zulegen. Das Red Bull hat super gewirkt und plötzlich vergass ich meine Magenprobleme und konnte den Lauf wieder geniessen. Nach einer Marathonzeit von 3:46 konnte ich nach 10 Stunden 26 Minuten und 32 Sekunden die Ziellinie überqueren. Ich wusste auf den letzten Kilometer, dass dies ein hervorrangendes Resultat ist, konnte ich doch meine Zeit gegenüber vom letzten Jahr um 63 Minuten verbessern. In der Kategorie M30 konnte ich die 104. Marathonzeit erreichen und in der Overallwertung den 452. Rang, wobei ich in den Runden rangmässig immer besser wurde. (635./527./447./413.) In meiner Kategorie erreichte ich den 103. Gesamtrang und in der Overallwertung den 457. Rang. Gegenüber zum Vorjahr war ich beim Marathon 6 Minuten schneller.

-Ein herzliches Dankeschön an Fabian Wihler www.smartcoaching.ch für die interessante, aufbauende, motivierende, gut ausgetüftelte und individuelle Trainingsplanung.
-Den Triteam Zugerland Mitglieder, für die gemeinsamen Schwimmtrainings, welche auch von Fabian geleitet wurden.
-Beat Bühlmann von eroxswiss.com für die materielle Unterstützung und sein Vertrauen.
-Masseur Peter Inderbitzin für die wohltuenden Massagen

und allen anderen die mich mich unterstützt haben oder von denen ich etwas lernen konnte.

Für das Jahr 2011 habe ich mich für die Challenge in Roth angemeldet. http://www.challenge-roth.com/de/index.html