10.07.2011 Challenge Roth

Für mich war die Teilnahme in Roth ein tolles Erlebnis.
Bereits zum zehnten Mal fand die Challenge Roth statt, welche im Jahr 1988 unter dem Namen "Ironman Europe" begonnen hat.

Nach der knapp fünfstündigen Anreise (Freitagabend-Samstagmorgen) holte ich meine Startunterlagen ab. Für die die Radabgabe war ich noch in einen Autostau gekommen. Das kann passieren, wenn ca. 3400 Velos eingecheckt werden. Beim Einchecken musste ich noch auf einen neuen Helm los, welche gerade neben dem Check-in verkauft wurden. Ich hatte bei meinem Aerohelm einen cm-langen Riss bei den Ohrenklappen. Diese haben aber gemäss dem Hersteller keine Schutzfunktion und diehnen nur der Aerodynamik. Jedenfalls haben die Helmverkäufer etwa 200 Helme verkauft.

Kurz vor 4 Uhr klingelte mein Wecker. Die letzte Nacht hatte ich nach meinem Gefühl gut geschlafen, nachdem ich das Dachfenster noch ein bisschen Schallisollieren musste, da es am Abend noch stark regnete. Nach dem Frühstück fuhr ich los und war gespannt wie das Wetter sich entwickelte, da es am morgen noch starker Nebel hatte.

Als ich am an Schwimmstart eintraf, wurden gerade die verschiednen Nationalhymen über die Lautsprecher verbreitet. Das gab der Challenge einen olympischen Charakter. Etwa eine halbe Stunde vor dem Start hatte ich alles bereit und konnte mich ruhig auf den Start vorbereiten. Es hatte schon viele Zuschauer auf der Wechselzonenseite, auf der Brücke und am "anderen Ufer". Vor dem Start traf ich noch Florian Leder vom Triteam und Fridel Inderbitzin von meinem Wohnort Steinen. Voller Vorfreude war ich gespannt auf den Start. Endlich ist es soweit.

Um 7.00 Uhr war der Start der 275-starken Schwimmgruppe. Die ersten zweihundertmeter war es eng, dann war das Feld schon in die Länge gezogen und ich fand ein paar gute Beine zum nachschwimmen. Nach dem ersten Wendepunkt im Main-Donaukanal nach 1400m überholten uns schon die ersten von der 5min späteren Startgruppe und ich überholte ein paar Frauen, die eine Viertelstunde vorher gestartet sind. Ich wollte jetzt einwenig mein Tempo anziehen. Im Wasserschatten war es mir manchmal zu langsam, doch wenn ich überholen wollte, musste ich fast wieder über meinem Limit schwimmen. Dann ging die Strecke am Schwimmaustieg vorbei zum zweiten Wendepunkt. Dort habe ich das Tempo nochmals angezogen. Schwimmen ging für mich gut und ich kam nach 1:10,29 aus dem Wasser.
Beim ersten Wechsel hatte ich mir noch Armlinge angezogen.

Beim Start vom Rad fahren fühlte ich mich gut und merkte das es heute gut läuft. Die Anstiege gingen viel besser als bei der Streckenbesichtigung an Pfingsten und dies noch in einem schnelleren Tempo. In der ersten Runde war bis Greding eher viel Verkehr, so dass Windschattenfahren nicht zu verhindern war. Ich habe mein Tempo gefahren und auch einige überholt, traf dann aber meistens wieder auf "zwei-drei" die wieder aufschliessen konnten. Die Temperatur betrug um 9.00 Uhr angenehme 20°0. In Greding kam es zum ersten grossen Anstieg. Ich fuhr dort in meinem bisherigeneinem leicht höheren Pulsbereich hoch und wurde dort von vielen überholt, was natürlich verlockend war bei vielen Zuschauern. Beim oberen Teil des Anstieges habe ich dann wieder viele überholt, die unten überzockt hatten. Ich bin bei den Anstiegen immer so gefahren, dass ich oben bei der Kuppe die grösste Anstrengung hatte und im ersten Teil der Abfahrt Tempo machte, (denn diese bestimmen das Tempo der Abfahrt) und dann die Beine ein bisschen ruhen liess. Denn meistens fährt man unten zu schnell rein, ist dann im flacheren oberen Teil kaputt und fährt das gleiche Tempo weiter und schleicht sich in die Abfahrt. Ab hier wurde in einem schönen Abstand gefahren. Nach gut 70km ging es zum Solarerberg, welcher ein Stimmungsnest der Extragarde ist. Innerhalb von einem Kilometer befinden sich etwa 30'000 Zuschauer, welche nur eine schmale Gasse bilden, wo man durchfahren kann. Das war ein tolles Feeling, dort hochzufahren. Ich habe auch einige Handküsse verteilt und die Zuschauer haben Freude daran gehabt. Das lockert auch das ganze Fahren auch wieder auf.

In der zweiten Runde wurde ich vor Greding von mehreren Fahrern überholt und wusste nicht so genau, ob das an meinem Formabbruch liegt oder das einfach stärkere Radfahrer aufgerückt sind. Das Loch war bis zum Solarerberg, dort konnte ich mich wieder auffangen.
Am Schluss konnte ich noch einmal ein paar Fahrer überholen und fühlte mich wieder fit. Auf der Radstrecke habe ich in der ersten und letzten Stunde mit Maltodextrin ernährt und dazwischen nur Wasser getrunken. Dies konnte ich auch gut brauchen um den Körper hinunterzukühlen. Ausserdem habe ich noch ein paar Salztabletten genommen. Dazwischen habe ich je zwei Winforce-Gels http://www.winforce.ch pro Stunde und einen kleinen Appenzeller Biberli eingenomme, um auch mal etwas festes und anderes im Magen zu haben. Dies hat für mich gut funktioniert.
Die Radzeit war 5:12,46

Der zweite Wechsel ging gut, vergass aber den Trick die Gel's in den Hut zu stecken und während dem Laufen einzupacken. So läuft man auch den ersten Kilometer nicht zu schnell.
Beim Laufen fühlte ich mich frisch und war froh mein Rücken durchzustrecken. Meine Armlinge habe ich mit einem Kühlwasser übergossen, das den Körper runter kühlt. http://www.energicer.com
Um unter 10 Std. zu kommen musste ich einen Marathon in 3:30 laufen. Ich glaubte daran, wenn alles rund läuft, könnte es möglich sein.
Meine Beine fühlten sich gut an, und ich hatte keine Beschwerden an Sehnen, Muskeln und Magen im Vergleich zum letzten Jahr in Zürich. Die ersten vier Kilometer führten zum Main-Donau-Kanal. Von dort ging es lange am Kanal lang bis es zu zwei Wendenpunkten kam, wo recht viel Stimmung war. Durch die kleinen Anstiege war es noch schwierig die Kilometersplits zu überwachen. Die Temperatur an der Sonne war über 30°. Nach dem ersten Viertel waren die Beine nicht mehr so leicht und es wurde strenger. Bei Halbmarathon lag ich ganz knapp über der hochgerechneten 10-Std.-Marke. Ich fühlte mich immer noch fit und die Zurufe von den Zuschauern: "Du siehst noch gut aus" gaben mir noch zusätzliche Motivation und musste leicht schmunzeln über das "noch". Kurz vor Halbmarathon fand ich einen Läufer der genau mein Tempo lief, und schloss mich an ihm an. Zum nächsten Wendepunkt ging leicht hoch und es war angenehm im schattigen Wald zu rennen. Die Stimmung dort oben war auch genial. Ich bin eigentlich einer, der nicht tanzen kann. Doch dort oben fühlte ich mich zum Tanzen bereit und macht mit der Musik mit und lockerte mich und die Zuschauer auf. Die Runde in der Stadt am Schluss, hatte nochmals viele Zuschauer und ging nochmal richtig unter die Haut. Die letzten drei Kilometer gingen die Beine noch ein bisschen schneller und ich konnte den Zieleinlauf geniessen. Die Marathonzeit betrug 3:33,35min und die Finisherzeit 10:03,07. In meiner Alterskategorie erreichte ich den 71. Rang von 342 Teilnehmern.
Für mich ein gelungenes Rennen bei der dritten Langdistanz, auch wenn ich die 10:00-Marke verpasst habe.
Meine Bestzeit vom letzten Jahr (Ironman Switzerland) habe ich um 23 Minuten verbessert.

Ein Höhepunkt von diesem Triathlon waren auch die beiden Weltbestzeiten.
Chrissie Wellington verbesserte ihren eigenen Rekord auf 8:18:13.
Und bei den Männern hielt der Rekord vom Marino Vanhoenacker nur eine Woche (Ironman Austria).
Dieser wurde von Andreas Raelert auf eine Zeit von 7:41,33 verbessert. Und nicht zu vergessen sind die vielen, tollen Zuschauer, die zu einem tollen Tag beigetragen haben.
Gegen den Abend, wurde nochmals stark die Regenschleusen geöffnet, die meisten nahmen es mit Humor. Für die Leute die noch auf der Strecke waren, war das aber sicher hart.
Ein herzliches Dankeschön möchte ich Fabian Wihler für das Coaching aussprechen.
Mit abwechslungsreichen, fordernden und aufbauenden Trainingsplänen konnte ich mich ein weiteres Stück verbessern. http://www.smartcoaching.ch
Die Laufttechnik habe ich mit Nicole Schärer verbessert. http://www.bodyhealth.ch
Für gutes Material konnte ich auf Erox setzen. http://www.eroxswiss.com
Und an alle anderen die ich jetzt nicht erwähnt habe.

Am Abend gab es noch ein grosses Feuerwerk (wo ich aber nicht mehr dabei war) und am Montag waren noch die Siegerehrungen.
Mit kurzen Dankesreden und Applaus mit toller Musik wurde allen gedankt.
Vor allem die Rede von Rennleiter Felix Walchshöfer hat tief berührt und man sah mit wie viel Herzblut er für diesen Anlass einsteht.
Mit einer Gedenkminute für den verunglückten Staffelschwimmer und Standing Ovation für die Sieger wurde dieser Anlass abgeschlossen.

Nächstes Jahr werde ich am 8. Juli 2012 in Frankfurt am Ironman Germany starten.
Ich freue mich auf eine tolle Vorbereitung und ein tolles Racing :)

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