06.09.2015 Powerman Zofingen Duathlon WM

Die Kategorienränge 1-6 habe ich dieses Jahr schon belegt.
Mit dem 7. Rang konnte ich bei meinem Saisonhöhepunkt, bei der Duathlon-WM in Zofingen, in der Kategorie M35-39 ein tolles Ergebnis erreichen.
Ich freute mich die ganze Woche auf den Wettkampf. Am Freitag hatte ich mein Fahrrad bereit gemacht und stellte dann am Samstag morgen fest, dass ich ein Plattfuss hatte. Konnte dann den Schlauchreifen noch kleben und mit einer Testfahrt war ich froh, dass wieder alles funktionerte. Bei der Wettkampfbesprechung war ich entspannter als sonst und konnte auch mal lachen.

Am Sonntagmorgen ging es mit Tobias, der über die Shortdistanz startete, nach Zofingen.
Ein Parkplatz war ganz in der Nähe zu finden und beim Einchecken gab es keine Wartezeiten.
Die Vorbereitungen liefen gut. Ich machte noch ein kurzes einlaufen, welches sich gut anfühlte.
Zum Start hin, gab es dann mehr Rummel und ich sah viele aufgestellte Starter.
Um 9:00 starteten die Elitestarter sowie die Altersklassenathleten, welche bei der ITU WM Wertung starteten.
Das Tempo war von Anfang an hoch. Der erste Kilometer hatte einen Anstieg von 70 Höhenmeter. Ich hatte mir vorgenommen, den ersten Kilometer nicht zu schnell anzugehen, was mir auch gelang. Später beschleunigte ich auf eine Pace die im flachen 4:00min/km entsprach. Ich konnte dort schon einige überholen. 3-4 Läufer von der hinteren Startgruppe kamen auch nach vorne. Unter anderem Julian Hegg, ein Teamkollege vom Triteam Zugerland.


Der Lauf führte dann durch den Wald auf einer festgepressten Kiesstrasse. Und ging dann weiter auf einer Asphaltstrasse Richtung Wechselzone, wo es dann auf die zweite Runde ging. Bergab gab es bei der 2km langen Abwärtspassage einen 3min30sek/km - Schnitt. Nach der ersten Runde passierte man die Wechselzone mit vielen Zuschauern.

Hier bin ich bei 11min. 22sek. bis 11min. 29sek zu sehen im roten Dress:

Die zweite Runde ging im gleichen Rhytmus weiter und ich fühlte mich weiterhin gut. Das Wetter machte auch ein bisschen zu und man merkte das der Regen bald zu erwarten ist.
Der Lauf über ca 9.2km hatte eine Höhendifferenz von 238m.


Der Wechsel gelang mir sehr schnell und kam mir so kurz vor, im Vergleich zum Triathlon. Laufschuhe abziehen, Helm an und losrennen. So konnte ich in der Wechselzone vier Plätze gut machen und belegte dann den 66. Overallrang und den 11. Kategorienrang. Dies mit der zweitschnellsten Wechselzeit in der Kategorie und der 16. Wechselzeit Overall.

Auf der Radstrecke erwarteten uns 150km mit 1700 Höhenmeter.
Schon früh konnte ich einige mit Leichtigkeit überholen. Kurz vor dem ersten Anstieg, fuhr ich in eine kleine Gruppe auf. Welche ich immer wieder überholte und und dann wieder überholt wurde. Beim Schlussanstieg vom ersten Hügel, konnte ich mich dann lösen. In der Abfahrt rollte es auch sehr gut. Die Strecke kannte ich sehr gut, durch das abfahren im Training. Jetzt im Wettkampf ging es deutlich besser und es war etwas ganz anderes. Der zweite Anstieg ging auch gut, dort kamen die Fahrer wieder zusammen.
im folgenden Video sieht man mich :
Von 5,45min (am linken Bildrand) bis 5,53min

Bei zwei Gegenstückpassagen ist mir noch kurz die Kette rausgeflogen. Konnte aber schnell wieder weiterfahren. Nachher habe ich beim schalten vom grossen auf das kleine Kettenblatt etwas Trettkraft herausgenommen. Nach der ersten Radrunde konnte ich 24 Gesamtplätze gutmachen und in der Kategorie 3, so das ich auf dem 8. Kategorienzwischenrang lag.

Die zweite Runde startete wiederum gut. Ich war konzentriert auf eine gute Aeroposition. Das erste Mal bin ich mit Helmvisier gestartet. Mitte der zweiten Runde, sagte der Speaker, dass ich auf dem 6. Kategorienzwischenrang war. Ich hatte eine Riesen-Freude und später auch etwas Freudentränen in den Augen. Zuvor hatte ich einen Spanier und einen Portugiesen überholt, welche zusammen fuhren, welche in der M35 starteten. In der zweiten Radrunde, hatte es Fahrer von der Kurzdistanz auf der Strecke. Da habe ich 2 Fahrer gesehen, die bei einem steilen Anstieg das Rad schoben. Am mitte der zweiten Radrunde war ich dann im meinem Umkreis ziemlich alleine unterwegs.

Die zweite Runde war rund 1 Minute langsamer als die erste. Im Gesamtklassement lag ich nun auf dem 34. Platz und auf dem 5. Kategorienrang. Anfangs der dritten Radrunde merkte ich, wie die Kraft etwas nachlies. Im Flachen konnte ich die anvisierten Wattwerte nicht mehr fahren. Der steile Bodenberg war schon sehr hart. Der Wind nahm zu. Nach der Mitte der 3. Runde konnte ich mit einem Openkategorie-Starter etwas abwechseln, natürlich mit genügend Abstand. Am Schluss konnte ich den Anschluss aber doch nicht halten. Einen Starter aus der Elite Kategorie konnte ich auch noch einholen. Nach einer Radzeit von 4:22,42, welche die viert schnellste Radzeit in der Kategorie und die 24. Overallradzeit war, ging es zum Wechsel. Die dritte Runde war rund 6min langsamer, denn anderen ging es wohl ähnlich. In diesem Abschnitt hatte ich sogar die 3. schnellste Abschnittszeit in meiner Kategorie.

Die Stimmung war gut beim Einlauf ins Stadion. Es hatte viele Zuschauer da, die einem zujubelten. Der Wechsel ging schnell. Ich zog noch die Armlinge ab. Beim Radfahren war es anfangs noch frisch mit 10°.

Den ersten Kilometer ging ich wieder ruhig an. Beim Anstieg merkte ich, das die Beine nicht so wollten, wie ich es mir vorgestellt hatte. Bald musste ich den Portugiesen und Engländer, die in meiner Alterskategorie waren, vorbei ziehen lassen. Bei den Flachpassagen ging es besser und bei den Bergabpassagen konnte ich immer wieder Boden gut machen. Mental fühlte ich mich gut. Ich hoffte, das die Beine den Rhytmus finden.
Oben auf dem Heiteren gab es eine grosse Schlaufe zu laufen. Da sah man mehrmals die Spitzenathleten wieder. Die Helfer an den Verpflegungsposten waren sehr freundlich und machten ihre Sache mit viel Spass und Herz. Inzwischen fühlte ich mich mental auch nicht mehr so frisch.

Bei KM 15 ging es zum Wendepunkt in der Wechselzone. Die Stimmung war gerade grossartig. Kurz davor war die schnellste Frau ins Ziel eingelaufen, welche eine Stunde früher gestartet ist. Obwohl es mir bis dahin beim Lauf nicht so gut lief, hatte ich nur 2 Kategorienränge und 4 Overallplätze abgegeben. Beim Start in die zweite Runde kam mir dann auch noch der Sieger des Männerrennens entgegen, welcher auch ins Ziel einlief. Bald darauf packte mich ein Krampf im hinteren Oberschenkel. Ich konnte nicht mehr weiterjoggen und ging ein paar Schritte. Dies war schon heftig, so das ich das Gesicht zusammenzog, wegen dem Schmerz. Die Zuschauer nebenan leideten mit und jemand sagte: "Der Krampf geht wieder weg" uns so war es dann auch. Ich konnte wieder weiter rennen und sah dann bald darauf Tobias, der mich anfeuerte. In diesen 2.5km von der Wechselzone, wo es steil berghoch ging verlor ich 1 Kategorienrang, sowie 3 Overallplätze. Ich konnte dort durchrennen. Oben auf dem Heitern war der Abstand zum Klubkollegen Hegg gleich geblieben. Die Beine wurden immer schwerer. Beim Wendepunkt (km 22.5) trank ich Cola. Dies hat gut getan mehr und mehr fühlte ich mich wieder angriffslustiger und der Kopf und die Beine wurden auch besser. Jedoch musste ich auch an zwei steilen Stellen gehen, bei welchen auch die Weltmeisterin Emma Polley, laut Videobilder gegangen ist. Inzwischen lag ich auf dem 41. Gesamtrang. Es machte plötzlich wieder mächtig Spass und auf den letzten 2.5km konnte ich 4 Plätze im Gesamtklassement gut machen. Bei den letzten 2.5km konnte ich rund 60sek schneller laufen als ein Spanier, der in der M34 startete. So konnte ich bei der Powerman Duathlon Weltmeisterschaft den 7. Rang in der Kategorie M35 und den 37. Overallrang erreichen. Obwohl ich die letzten Kilometer nochmal am Anschlag lief, konnte ich mit einem Lächeln ins Ziel einlaufen. Dies Gefühl war ähnlich, wie nach dem ersten Ironman Finish.

Im Ziel gab es ein Pasta und Getränke, welche von sehr freundlichen Helfern verteilt wurde. Bis dahin wusste ich noch nichts über meine gute Overallplatzierung. Ich fühlte mich nach dem Essen wieder frisch und konnte noch einige interessante Geschichten zuhören, von den Schweizer Elite Athleten, welche dort auch ihre Speicher fühlten. Es herrschte eine sehr gute Stimmung. Bald darauf traf ich Tobias, der ein tolles Resultat über die Shortdistanz erreichte. Nach dem Fahrrad verstauen machten wir uns auf zur Afterraceparty. Dort herrschte auch eine tolle Stimmung und es gab nochmals Essen und Trinken. Bei der Heimfahrt nach Hause, war mir klar, das ich im 2016 beim Powerman Zofingen am Start sein werde. Ich freue mich jetzt schon darauf. Das ist mein Rennen.

Besten Dank an meinen Trainer Mario von www.sisu-training.de und für das Top Material von www.eroxswiss.com

Hier noch ein paar spannende Videos: